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18.02.26

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Instrumentendesinfektion in der Fußpflege: Das ist zu beachten

In der Fußpflege hat die Einhaltung höchster Hygienestandards oberste Priorität. Ein strukturierter Ablauf bei der Aufbereitung der Werkzeuge sorgt dafür, dass jede Behandlung unter sicheren Bedingungen stattfinden kann. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Schritte bei der Instrumentendesinfektion in der Fußpflege wichtig sind und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Warum die Instrumentenaufbereitung in der Podologie so wichtig ist

Eine fachgerechte Instrumentenaufbereitung in der Podologie schützt Patienten vor gesundheitlichen Risiken. Bei jeder Behandlung kommen Instrumente direkt mit der Haut oder mit kleineren Verletzungen in Kontakt. Werden sie nicht gründlich gereinigt, desinfiziert und sterilisiert, besteht die Gefahr, dass Keime, Bakterien oder Pilze übertragen werden. Das kann zu Infektionen und Pilzerkrankungen oder zu krankhaft veränderter Haut führen.

Auch gesetzliche Vorschriften sowie die KRINKO-BfArM-Empfehlung machen eine gründliche Aufbereitung von Medizinprodukten in der Podologie notwendig. Die Einhaltung dieser Richtlinien gewährleistet Sicherheit und stärkt zugleich das Image Ihrer Praxis.

Richtige Bewertung der erforderlichen Hygienemaßnahmen

Nicht jedes Instrument in der Podologie birgt dasselbe Risiko für eine Infektion. Deshalb ist eine Bewertung der erforderlichen Maßnahmen notwendig. Werkzeuge, die nur bei unverletzter Haut in eingesetzt werden, gelten als unkritische Instrumente. Bei ihnen genügt in der Regel eine gründliche Reinigung und Desinfektion.

Anders verhält es sich mit semikritischen Instrumenten, die mit Schleimhäuten oder verletzter Haut in Kontakt kommen. Sie erfordern eine besonders sorgfältige Aufbereitung und müssen in vielen Fällen zusätzlich sterilisiert werden.

Am höchsten ist das Risiko einer Infektion bei Werkzeugen, die die Haut durchdringen oder mit Blut in Berührung geraten. Die KRINKO-BfArM-Empfehlung schreibt bei diesen kritischen Instrumenten eine konsequente Sterilisation vor. Nur so können Infektionen sicher vermieden werden. Die Einteilung – zwischen unkritischen, semikritischen sowie kritischen Instrumenten – erleichtert es, den Reinigungsaufwand anzupassen und hohe Sicherheit zu gewährleisten.

Hygienische Fußpflege: Instrumente richtig sterilisieren

Damit Instrumente jederzeit zuverlässig eingesetzt werden können, müssen sie nach klaren Abläufen vorbereitet, gereinigt, desinfiziert und sterilisiert werden. Jeder einzelne Schritt trägt dazu bei, die Qualität der Behandlung zu sichern. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie für die Fußpflege Instrumente richtig sterilisieren und worauf es dabei besonders ankommt.

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Die richtige Vorbereitung zählt

Vor der eigentlichen Desinfektion müssen sichtbare Verschmutzungen wie Haut, Nägel oder Pflegeprodukte vollständig entfernt werden. Dazu sollten die Instrumente direkt nach der Behandlung unter fließendem Wasser abgespült werden. Anschließend empfiehlt sich die mechanische Reinigung mit Bürsten oder die Nutzung spezieller Ultraschallgeräte.

Wichtig ist außerdem, Rückstände nicht antrocknen zu lassen. Sie lassen sich sonst nur schwer und mit großem Aufwand entfernen. Nach der Vorreinigung sollten die Werkzeuge kontrolliert und bei Bedarf nochmals nachbearbeitet werden.

Verwendung des passenden Desinfektionsmittels

Desinfektionsmittel wirken nicht alle gleich – sie müssen immer zu den verwendeten Instrumenten und zum jeweiligen Einsatzbereich passen. Werden Werkzeuge nur auf unverletzter Haut eingesetzt, reicht meist ein Mittel mit bakterizider Wirkung aus. Kommen sie dagegen bei Pilzerkrankungen oder Mykosen zum Einsatz, ist ein fungizides Präparat erforderlich. Wenn Blut, Körperflüssigkeiten oder ein Verdacht auf eine Virusinfektion ins Spiel kommen, sollte unbedingt ein viruzid wirksames Mittel mit breitem Wirkungsspektrum verwendet werden.

Damit Ihre Instrumente aus Edelstahl möglichst lange haltbar bleiben, achten Sie auf Desinfektionsmittel mit Zusätzen wie Korrosionsschutz oder pH-neutralen Inhaltsstoffen. Diese verhindern, dass sich das Material verfärbt, rostet oder durch den regelmäßigen Gebrauch Schaden nimmt.

Einwirkzeit und Konzentration beachtens

Damit das Desinfektionsmittel seine volle Wirkung entfalten kann, müssen die angegebenen Einwirkzeiten eingehalten werden. Eine zu kurze Anwendung reduziert die Wirksamkeit und kann gefährliche Keime überleben lassen. Genauso problematisch ist eine zu lange oder zu hoch konzentrierte Anwendung. Dies kann das Material angreifen und die Lebensdauer der Instrumente verkürzen.

Es ist deshalb ratsam, die Angaben der Hersteller immer genau zu beachten und konsequent umzusetzen.

Gründliche Trocknung der Instrumente

Nach der Desinfektion ist die Aufbereitung noch nicht abgeschlossen. Alle Werkzeuge sollten gründlich mit sterilem Wasser abgespült werden, damit keine Rückstände des Desinfektionsmittels zurückbleiben. Anschließend müssen sie vollständig trocknen – am besten mit speziellen Trocknungsgeräten oder sterilen, fusselfreien Tüchern. Achten Sie darauf, dass keine Feuchtigkeit zurückbleibt. Schon kleine Wasserreste können Korrosion fördern und erneut Keime entstehen lassen.

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Sterilisation für maximale Hygiene

Im nächsten Schritt kommt gegebenenfalls der Sterilisator zum Einsatz. Dieses Gerät arbeitet mit hohen Temperaturen und Druck. Dabei werden alle noch vorhandenen Mikroorganismen zuverlässig abgetötet. Das sorgt dafür, dass die Instrumente vollständig steril sind. Der Einsatz des Sterilisators ist immer dann notwendig, wenn Instrumente Kontakt mit verletzter Haut, Blut oder Schleimhäuten hatten. Für Werkzeuge, die nur mit gesunder Haut in Berührung kamen, genügt in der Regel die Desinfektion.

Manuelle oder maschinelle Reinigung: Was ist die bessere Wahl?

Bei der Reinigung von Instrumenten stehen zwei Methoden zur Verfügung. Die manuelle Reinigung wird traditionell mit Bürsten und Wasser durchgeführt. Sie eignet sich vor allem, um grobe Verschmutzungen direkt nach der Behandlung zu entfernen. Diese Methode ersetzt jedoch keine vollständige Aufbereitung.

Deutlich sicherer und effizienter ist die maschinelle Reinigung mit Ultraschallgeräten oder Thermodesinfektoren. Sie sorgt für maximale Hygiene, erreicht auch schwer zugängliche Stellen und minimiert den direkten Kontakt mit kontaminierten Instrumenten. Deshalb sollte die maschinelle Aufbereitung, wann immer möglich, als Standardverfahren genutzt werden.

Diese Fehler sollten Sie bei der Desinfektion von Instrumenten vermeiden

Auch wenn die Abläufe in der Instrumentenaufbereitung klar vorgegeben sind, können sich im Alltag leicht Fehler einschleichen. Häufig beginnt es schon bei der Lagerung. Werden Instrumente nach der Sterilisation offen oder in nicht sterilen Behältern aufbewahrt, besteht die Gefahr einer erneuten Verunreinigung. Auch der Einsatz von abgelaufenen oder falsch gelagerten Desinfektionsmitteln kann problematisch sein, da sie ihre Wirksamkeit verlieren.

Ein häufiger Grund für Hygienemängel sind fehlende oder unregelmäßige Schulungen. Unter Zeitdruck neigen Mitarbeitende außerdem dazu, Arbeitsschritte abzukürzen oder ganz auszulassen. Das spart zwar kurzfristig Zeit, unterbricht jedoch die Hygienekette und kann schwerwiegende Folgen haben.